Biographie

Nicolaj Kirisits ist ein österreichischer Architekt und Klangkünstler. Seine interdisziplinäre Praxis verbindet Architektur, Kunst und Forschung und untersucht die Beziehung zwischen Raum, Klang und Wahrnehmung. Klang versteht er dabei als räumliches und formgebendes Element, das architektonische, soziale und kulturelle Dimensionen miteinander verbindet.

Kirisits studierte Architektur an der Technischen Universität Wien sowie elektroakustische und experimentelle Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Im Rahmen seines Doktoratsstudiums an der TU Wien untersuchte er in seiner Dissertation „Über die Notation von Klangräumen oder wie man Architektur klangbasiert denkt“, wie akustische Umgebungen dokumentiert und als gestalterische Elemente in architektonische Prozesse integriert werden können. Seit 2003 ist er unter anderem als Senior Artist an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig und leitet dort das SoundArtLab der Abteilung Digitale Kunst. Im Zentrum seiner Forschung stehen zeitbasierte Strukturen, räumliche Klangkonzepte und deren Anwendung in Medieninstallationen und architektonischen Zusammenhängen.

Seine Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem bei Ars Electronica, SIGGRAPH, dem FILE Festival, der Bienal de La Habana und der 5. Moskauer Biennale. Seine Installationen arbeiten häufig mit immersiven Klangräumen, binauralen Techniken und interaktiven Systemen, in denen Raum nicht nur als Hintergrund, sondern als aktiver Bestandteil der Arbeit verstanden wird.

Parallel zu seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet Kirisits als Architekt. Gemeinsam mit Günter Lautner gewann er mehrere Architekturwettbewerbe in den Bereichen Stadtentwicklung und Wohnbau. Darüber hinaus realisiert er Projekte im Bereich Einfamilienhausbau, Sanierung und Möbeldesign.

Als Kurator initiierte und betreute er zahlreiche Projekte zu Klangkunst, digitalen Medien und performativen Räumen, darunter „Re.Pairing.Future“ in Portugal, das „Digital Art Network Festival“ in Wien und „Maschinenorchester“ in Lindabrunn. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem das Schütte-Lihotzky-Stipendium, ein Departure-Projektstipendium der Stadt Wien sowie ein Intra-Forschungsstipendium des Wissenschaftsministeriums.

CV

Berufliche Tätigkeit

  • 2013– Nicolaj Kirisits — Architektur / Klangkunst / Forschung
  • 2003– Senior Artist (50 %), Universität für angewandte Kunst Wien
    Institut für Bildende und Mediale Kunst
    Abteilung Digitale Kunst
  • 1999–2013 Laki Architects (Lautner & Kirisits)
  • 2000 Ziviltechniker

Ausbildung

  • 2019–2026 Doktoratsstudium, „Über die Notation von Klangräumen oder wie man Architektur klangbasiert denkt“, Technische Universität Wien
  • 1987–1997 Architekturstudium, Diplomarbeit „Haus für Neue Musik“, Technische Universität Wien
  • 1990–1995 Studium der elektroakustischen und experimentellen Musik, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Ausstellungen / Performances (Auswahl)

  • 2026 Resonant Blech / Klangperformance / Vanishing Acts Symposium / Valletta / (MT)
  • 2023 Morphology of Sound / Reihe von Performances und Installationen / Festival der Universität für angewandte Kunst Wien / Wien (AT)
  • 2021 urban sequences / interaktive Klanginstallation / Unheard Landscapes / (FR)
  • 2019 Sirenen / binaurale interaktive Klanginstallation / Bienal de La Habana / (CUB)
  • 2019 Sirenen / binaurale interaktive Klanginstallation / Animafestival / Zagreb / (HR)
  • 2018 Soundcloud / Klanginstallation / From Nothing to Something / (AT)
  • 2018 Sirenen / binaurale interaktive Klanginstallation / #fuckreality / Kunstraum Niederösterreich / Wien / (AT)
  • 2015 polymetrische Architektur / kinetisches Modell / MQ – Schauraum / Wien / (AT)
  • 2013 useful(2156)machine(8) / 3D-gedruckte Skulptur / 5th Moscow Biennale / (RUS)
  • 2012 useful(2156)machine(8) / 3D-gedruckte Skulptur / Djinie in a Bottle / Galerie Lisi Hämmerle / (AT)
  • 2009 Biological Instrumentation / interaktive Klanginstallation / SIGGRAPH / New Orleans / (USA)
  • 2008 Transit / GPS-basierte Medienskulptur / MMW2008 / Wien / (AT)
  • 2006 HD / Klangperformance / NIME06 / IRCAM Paris / (FR)
  • 2006 HD / Klangperformance / TakeAway Festival / London / (UK)
  • 2006 HD / Klangperformance / Digital Art Week / Zürich
  • 2006 Rahmenbedingung / MQ / Wien / (AT)
  • 2006 Echos / FILE Festival / Rio de Janeiro / (BRA)
  • 2005 Echos / FILE Festival / São Paulo / (BRA)
  • 2005 Echos / Break 2.3 / Ljubljana / (SVN)
  • 2004 Echos / The Jetty / Art Bodensee / Dornbirn / (AT)
  • 2003 Uzume / interaktive Klanginstallation / Ars Electronica 2003 / Linz / (AT)
  • 2002 Hängende Gärten / Laki Architekten / Austrian Cultural Forum / New York / (USA)
  • 2001 Uzume / interaktive Klanginstallation / The Adventure of the Cave / NTT ICC / Tokio / (JPN)
  • 1999 die Welle / Klanginstallation zur Eröffnung des Kunst-am-Bau-Projekts „die Welle“ von Reinhard Bernsteiner und Karin Zeitlhuber / Villach / (AT)

Kuration (Auswahl)

  • 2022 Re.Pairing.Future – Aveiro / Aveiro / (PRT)
  • 2020 DAN – Digital Art Network / Festival die Angewandte / Wien / (AT)
  • 2019 Maschinenorchester / Lindabrunn / (AT)
  • 2018 Soundart Open Air / Lindabrunn / (AT)
  • 2017 Fenstersturz / Lichthof A / Wien / (AT)
  • 2016 infected structures / Sokołowsko / (POL)
  • 2015 Klangkunst / Lindabrunn / (AT)
  • 2012 The Way Things May Go / Netzwerkprojekt in Zusammenarbeit mit der UdK Berlin, Prof. Alberto de Campo / (AT, GER)
  • 2011 cultural morphing / Wien–Shanghai / Ö1 Kunstradio
  • 2009 informelles radio / Wiener Straßenbahn, diverse Radiostationen (Ö1, FM4, lokale Radios) / Wien
  • 2009 Fassaden Festival / Ars Electronica / Linz / (AT)
  • 2008 Klangmaschinen / Hainburg; Guthman Musical Instrument Competition / Atlanta / (USA)
  • 2007 Digital Claiming / Pločica / (HR)
  • 2007 ferngesteuert / Kleylehof / (AT)
  • 2006 Praterstern / Wien / (AT)
  • 2006 Transit / Kleylehof / (AT)
  • 2005 Steinhof / Otto-Wagner-Spital / Wien / (AT)
  • 2005 speakers / Kleylehof / (AT)
  • 2004 the Hub / Kleylehof / (AT)

Festivalorganisation / Künstlerische Leitung

  • 2019–2020 Künstlerische Leitung, Symposium Lindabrunn / (AT)
  • 2008 Kuratorium und Organisation / MMW Mobile Music Workshop – Festival / Wien / (AT)

Architektur (Auswahl)

  • 2026 Sanierung-Zubau / Wohnhaus St. / Tirol
  • 2022 Sanierung / Mühle m_bast / Steiermark
  • 2021–2022 Innenarchitektur / Wohnung S.W. / Wien
  • 2018–2020 Innenarchitektur / Wohnung N.K. / Wien
  • 2015–2017 Einfamilienhaus / Haus R.N. / Klosterneuburg
  • 2013–2014 Einfamilienhaus / Haus E.N. / Klosterneuburg
  • 2012–2013 Sanierung / Haus E.P. / Palermo
  • 2008–2012 Wohnbau / Versunkene Gärten (Bike&Swim), 220 Wohnungen / Wien
  • 2009 Ausstellungsgestaltung / Alias in Wonderland / MQ Wien
  • 2008 Architekturwettbewerb / Junges und kostengünstiges Wohnen, Vorgartenstraße / 2. Stufe
  • 2007–2011 Wohnbau / Heller, 70 Wohnungen / Wien
  • 2007 Architekturwettbewerb / Junges und kostengünstiges Wohnen, Vorgartenstraße / 1. Stufe
  • 2007 Architekturwettbewerb / Passivhaus Trondheimgasse / geladener Wettbewerb
  • 2005 Architekturwettbewerb / Fußgängerbrücke Linz
  • 2003 Architekturwettbewerb / Städtebau alte Busgarage, Nordbahnhof / 1. Preis
  • 2003 Architekturwettbewerb / Heller Fabrik / Preisträger
  • 2002 Architekturwettbewerb / Erweiterung HBLA und HTBLA Braunau / 2. Preis
  • 2002 Architekturwettbewerb / Fachhochschule Wels / 2. Preis
  • 2001 Architekturwettbewerb / Universitätssportzentrum Schmelz / 2. Stufe
  • 2000 Architekturwettbewerb / Schule Vigaun, Salzburg / 2. Stufe
  • 2000 Architekturwettbewerb / Hauptschule Leogang, Salzburg / 2. Preis
  • 1999–2002 Wohnbau / Hängende Gärten, 220 Wohnungen / Wien
  • 1999 Architekturwettbewerb / Wienerbergcity Bauteil H / 1. Preis

Publikationen (Auswahl)

  • Nicolaj Kirisits: Über die Notation von Klangräumen oder wie man Architektur klangbasiert denkt
    Kirisits, N. (2026). Über die Notation von Klangräumen oder wie man Architektur klangbasiert denkt. Dissertation, TU Wien.
  • Nicolaj Kirisits: Sound as Score in Architectural Plans
    Kirisits, N. (2026). Sound as Score in Architectural Plans: a Path-based Notation Workflow Using Ambisonics + 360° Video. In E. Schimana (Hrsg.), Proceedings of the International Conference on Technologies for Music Notation and Representation — TENOR’26 (S. 133). Wien: mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. ISBN 978-0-6481592-2-3.
  • Nicolaj Kirisits: Architectural Listening
    Kirisits, N. (2025). Architectural Listening. FKL Symposium, Catania, Italien.
  • Richard Zemp: Bike & Swim
    Zemp, R. (2019). Bike & Swim. In R. Zemp, A. Juppien, & F. Winterberger, Innovative Wohnformen (S. 36–39). Zürich: Hochschule Luzern.
  • Nicolaj Kirisits: Sirenen
    Kirisits, N. (2018). Sirenen. In M. Kusch, A. Schantl, & R. Schnell, #fuckreality. Wien: Verlag für moderne Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: Usefull (2156) Machine (8)
    Kirisits, N. (2013). Usefull(2156) Machine(8). In R. Schnell & W. Fiel, Bits to Pieces. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Maik Novotny: new works: Lautner + Kirisits
    Novotny, M. (2012, Dec.). new works: Lautner + Kirisits. Mark Magazine, Nr. 41.
  • Nicolaj Kirisits: Universe Architecture
    Kirisits, N. (2009). Universe Architecture. In V. Widrich, Alias in Wonderland. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: The Geography of the Unseen
    Kirisits, N. (2009). The Geography of the Unseen. In R. Ascott, G. Bast, W. Fiel, M. Jahrmann, & R. Schnell, New Realities: Being Syncretic Consciousness Reframed: The Planetary Collegium's IXth International Research Conference. Wien / New York: Springer.
  • Creative Interactions – The Mobile Music Workshop 2004–2008
    Kirisits, N., Behrendt, F., Gaye, L., & Tanaka, A. (2008). Creative Interactions – The Mobile Music Workshop 2004–2008. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: Timeobjects
    Kirisits, N. (2006). Timeobjects. In R. Baretto & P. Perissinotto, File Rio. Rio de Janeiro: FILE Festival Rio.
  • Jan Tabor: Der Sieg über die Gravitation Architektur: Lautner Kirisits
    Tabor, J. (2006). Der Sieg über die Gravitation Architektur: Lautner Kirisits. In W. Chramosta, Just! Architecture From Austria: Critics Choice. Graz: Haus der Architektur.