Biographie

Nicolaj Kirisits ist ein österreichischer Architekt und Klangkünstler, dessen interdisziplinäre Arbeit die Beziehung zwischen Raum, Klang und Wahrnehmung erforscht. Er bewegt sich an der Schnittstelle von Architektur, Medienkunst und experimenteller Musik, wobei er Klang als skulpturales und interaktives Element in seinen Installationen einsetzt. Seine Arbeiten hinterfragen konventionelle Wahrnehmungsmuster und eröffnen neue Perspektiven auf die akustische Dimension von Raum.


Kirisits wurde 1967 in Wien geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Wien sowie elektroakustische und experimentelle Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Diese interdisziplinäre Ausbildung prägt seine künstlerische Praxis, in der er architektonische Prinzipien mit klanglichen Strukturen verbindet. Seit 2003 ist er als Senior Artist an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig, wo er das SoundArtLAb der Abteilung Digitale Kunst leitet. Hier forscht er zu Designstrategien für zeitbasierte Strukturen in Medieninstallationen mit einem besonderen Fokus auf Klang im Raum.


Seine Werke wurden international präsentiert, unter anderem bei renommierten Festivals wie Ars Electronica (Österreich), Siggraph (USA), File Festival (Brasilien), Bienal de La Habana (Kuba) und der 5. Moskauer Biennale (Russland). Seine interaktiven Klanginstallationen basieren oft auf binauralen Techniken und immersiven Soundscapes, die den Raum als performatives Element mit einbeziehen.


Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die Verbindung von Klang und Raumwahrnehmung. Durch die Nutzung digitaler und interaktiver Technologien erforscht er die Möglichkeiten, Klangarchitekturen zu schaffen, die den Betrachter einladen, aktiv mit ihrer Umgebung zu interagieren. Viele seiner Projekte sind raumbezogen und nutzen ortsspezifische Gegebenheiten, um ein immersives Klangumfeld zu erzeugen.


Parallel zu seiner künstlerischen Arbeit ist Kirisits auch als Architekt tätig. Gemeinsam mit Günter Lautner gewann er zwischen 1999 und 2013 mehrere Architekturwettbewerbe in den Bereichen Stadtentwicklung und Wohnbau. Seit 2013 konzentriert er sich auf die Gestaltung von Einfamilienhäusern, Renovierungen und Möbeldesign.


Neben seiner akademischen und künstlerischen Tätigkeit ist Kirisits auch als Kurator aktiv und hat zahlreiche Projekte initiiert, die sich mit Klangkunst, interaktiven Medieninstallationen und performativen Räumen auseinandersetzen. Unter anderem kuratierte er "Re.Pairing.Future" (2022, Portugal), das "Digital Art Network Festival" (2020, Wien) und "Maschinenorchester" (2019, Lindabrunn).


Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Schütte-Lihotzky-Stipendium der Republik Österreich, dem Departure-Projektstipendium der Stadt Wien und dem Intra-Forschungsstipendium des Wissenschaftsministeriums. Seine innovativen Ansätze zur Integration von Klang in architektonische und digitale Umgebungen wurden in zahlreichen Fachpublikationen veröffentlicht.


In seinem PhD-Projekt, dass er an der TU Wien mit dem Titel "Notation von Klangräumen: Wie man Architektur klanglich denkt" eingreicht hatte untersuchte er die Möglichkeiten, akustische Umgebungen systematisch zu dokumentieren und in architektonische Konzepte zu integrieren. Er setzt sich mit der Frage auseinander, wie Klang und klangbasierte räumliche Elemente als gestalterisches Elemente in architektonischen Planungsprozessen genutzt werden können und welche neuen Perspektiven sich daraus für die Gestaltung urbaner Räume ergeben.


Seine Arbeiten vereinen Wissenschaft, Kunst und Architektur zu einer Praxis, die sich mit der Wahrnehmung und Gestaltung von Raum durch Klang auseinandersetzt. Er betrachtet Klang nicht nur als seperates Medium, sondern als formgebendes räumliches Element, das soziale, kulturelle und architektonsiche Dimensionen miteinander verbindet. Durch seine interaktiven Installationen, experimentellen Klangräume und hybriden Architekturen schafft Kirisits immersive Erfahrungen, die das Bewusstsein für klangbasierte Elemente im Raum Raum erweitern und diese neuen künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten erforschen.


Seine Forschung und künstlerische Praxis haben dazu beigetragen, neue Methoden zur Klangnotation und zur auditiven Gestaltung von architektonischen Räumen zu entwickeln. Er arbeitet mit internationalen Partnern an Projekten, die das Potenzial auditiver Räume ausloten und die Wechselwirkungen zwischen Klang und Architektur weiter erforschen. Als Künstler und Wissenschaftler setzt er sich kontinuierlich mit den Möglichkeiten auseinander, Klang als formbares Material zu verstehen und für neue Raumkonzepte nutzbar zu machen.


CV

  • 2013– Nicolaj Kirisits - architecture / soundart / research
  • 2003– Senior Artist (50% Employment)
    University of applied arts vienna
    Institut of fine arts and media arts
    Department of digital art
  • 1999-2013 Laki Architects (Lautner&Kirisits)
  • 2000 Ziviltechniker

  • 2019-2026 Phd, "Notation of soundspaces: How to think architecture sonically", University of Technology Vienna
  • 1987-1997 Master of architecture, "House for new music", University of Technology Vienna
  • 1990-1995 study of electronic and experimental music, University of Music and Performing Arts, Vienna

  • Exhbitions (selection)

  • 2023 Morphology of sound / series of perfomrmances and installations / Festival University of apllied arts Vienna (AT)
  • 2021 urban sequences / interactive sound installation / Unheard Landscapes / (FR)
  • 2019 Sirenen / binaural interactive sound installation / Cuba Biennale / (CUB)
  • 2019 Sirenen / binaural interactive sound installation / Animafestival / Zagreb / (HR)
  • 2018 Soundcloud / sound installation / From nothing to something / (AT)
  • 2018 Sirenen / binaural interactive sound installation / #fuckreality / Kunstraum Niederösterreich / Wien / (AT)
  • 2015 polymetrische Architektur / kinetic model / MQ - Schauraum / Wien / (AT)
  • 2013 useful(2156)machine(8) / (3d gedruckte) Skulptur / 5th Moscow Biennale /(RUS)
  • 2012 useful(2156)machine(8) / (3d printed) sculpture / Djinie in a Bottle / Galerie Lisi Hämmerle / (AT)
  • 2009 Biological Instrumentation / interactive sound installation / Siggraph / New Orleans / (USA)
  • 2008 Transit / (GPS based media) sculpture / MMW2008 Vienna / (AT)
  • 2006 HD / Soundperformance / Nime06 / Ircam Paris / (FR)
  • 2006 HD / Soundperformance / TakeAway Festival / London / (UK)
  • 2006 HD / Soundperformance / digital Art Week / Zürich
  • 2006 Rahmenbedingung / MQ / Wien / (AT)
  • 2006 Echos / File Festival / Rio de Janeiro (BRA)
  • 2005 Echos / File Festival / Sao Paulo (BRA)
  • 2005 Echos / Break 2.3 / Lublijana (SVN)
  • 2004 Echos / The Jetty / Art Bodensee / Dornbirn (AT)
  • 2003 Uzume / interactive sound installation / Ars Electronica 2003 Linz / (AT)
  • 2002 hängende Gärten / Laki Architekten / Austrian cultural forum NY / (USA)
  • 2001 Uzume / interactive sound installation / The Adventure of the cave / NTTICC Tokio / (JPN)
  • 1999 die Welle / Sound installation for the opening of the art in public buildings project die Welle by Reinhard Bernsteiner and Karin Zeitlhuber / Villach / (AT)

  • Curation (selection)

  • 2022 Re.Pairing. Future – Aveiro / Aveiro, (PRT)
  • 2020 DAN digital art network / Festival die Angewandte / Vienna (AT)
  • 2019 Maschinenorchester / Lindabrunn (AT)
  • 2018 Soundart open air / Lindabrunn (AT)
  • 2017 Fenstersturz /Lichthof A, Wien (AT)
  • 2016 infected structures / Sokolowsko, (POL)
  • 2015 Klangkunst / Lindabrunn (AT)
  • 2012 The Way Things May Go / Netzwerkprojekt in Zusammenarbeit mit der UDK Berlin, Prof. Alberto de Campo (AT, GER)
  • 2011 cultural morphing / Wien-Shanghai, Ö1 Kunstradio
  • 2009 informelles radio / Wiener Strassen Bahn, diverse Radiostationen (Ö1 - FM4 – lokale Radios), Wien
  • 2009 Fassaden Festival Ars Electronica / Linz (AT)
  • 2008 Klangmaschinen / Hainburg, Guthman Musical Instrument Wettbewerb, Atlanta (USA)
  • 2007 Digital Claiming / Plocica (HR)
  • 2007 ferngesteuert / Kleylehof (AT)
  • 2006 Praterstern / Wien (AT)
  • 2006 Transit / Kleylehof (AT)
  • 2005 Steinhof / Otto Wagner Spital, Wien (AT)
  • 2005 speakers / Kleylehof (AT)
  • 2004 the Hub / Kleylehof (AT)

  • Festival organisation / artistic direction

  • 2019-2020 Artistic Director Symposium Lindabrunn (AT)
  • 2008 curatorial and organisation board / MMW Mobile Musikworkshop - Festival / Vienna (AT)

  • Architecture (selection):

  • 2022 Renovation / Mühle m_bast, Styria
  • 2021-2022 Interior architecture / Wohnung S.W. Vienna
  • 2018-2020 Interior architecture / Wohnung N.K. Vienna
  • 2015-2017 Single-family house / Haus R.N., Klosterneuburg
  • 2013-2014 Single-family house / Haus E.N., Klosterneuburg
  • 2012-2013 Renovation / Haus E.P., Palermo
  • 2008-2012 Housing / Versunkene Gärten (Bike&Swim), 220 appartments, Vienna
  • 2009 Exhibition-design / Alias in Wonderland, MQ Vienna
  • 2008 Architecture competition / junges und kostengünstiges Wohnen, Vorgartenstrasse / 2. Stage
  • 2007-2011 Housing / Heller, 70 appartments, Vienna
  • 2007 Architecture competition / junges und kostengünstiges Wohnen, Vorgartenstrasse / 1. Stage
  • 2007 Architecture competition / Passivhaus Trondheimgasse, invited competition
  • 2005 Architecture competition / Fußgängerbrücke Linz
  • 2003 Architecture competition / Städtebau alte Busgarge, Norbahnhof / 1. Price
  • 2003 Architecture competition / Heller Fabrik / Prizewinner
  • 2002 Architecture competition / Erweiterung HBLA und HTBLA Braunau / 2. Price
  • 2002 Architecture competition / Fachhochschule Wels / 2. Price
  • 2001 Architecture competition / Universitätssportzentrum Schmelz / 2. Stage
  • 2000 Architecture competition / Schule Vigaun Salzburg / 2. Stage
  • 2000 Architecture competition / Hauptschule Leogang Salzburg / 2. Price
  • 1999-2002 Housing / Hängende Gärten, 220 Wohnungen, Vienna
  • 1999 Architecture competition / Wienerbergcity Bauteil H / 1. Price

  • Publications (selection)

  • Richard Zemp: Bike & Swim
    Zemp, R. (2019). Bike & Swim. In R. Zemp, A. Juppien, & F. Winterberger, Innovative Wohnformen (pp. 36 - 39). Zürich: Hochschule Luzern.
  • Nicolaj Kirisits: Sirenen
    Kirisits, N. (2018). Sirenen. In M. Kusch, A. Schantl, & R. Schnell, #fuckreality. Wien: Verlag für moderne Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: Usefull (2156) Machine (8)
    Kirisits, N. (2013). Usefull(2156) Machine(8). In R. Schnell, & W. Fiel, Bits to Pieces. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Maik Novotny: new works: Lautner + Kirisits
    Novotny, M. (2012, Dec.). new works: Lautner + Kirisits. Mark Magazine Nr.41.
  • Nicolaj Kirisits: Universe architecture
    Kirisits, N. (2009). Universe Architecture. In V. Widrich, Alias in Wonderland. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: The Geography of the Unseen
    Kirisits, N. (2009). The Geography of the Unseen. In R. Ascott, G. Bast, W. Fiel, M. Jahrmann, & R. Schnell, New Realities: Being Syncretic Consciousness Reframed: The Planetary Collegium's IX th International Research Conference. Wien / New York: Springer.
  • Creative Interactions – The Mobile Music Workshop 2004-2008
    Kirisits, N., Behrendt, F., Gaye, L., & Tanaka, A. (2008). Creative Interactions - The Mobile Music Workshop 2004 - 2008. Wien: Universität für angewandte Kunst.
  • Nicolaj Kirisits: Timeobjects
    Kirisits, N. (2006). Timeobjects. In R. Baretto, & P. Perissinotto, File Rio. Rio de Janeiro: File Festival Rio.
  • Jan Tabor: Der Sieg über die Gravitation Architektur : Lautner Kirisits
    Tabor, J. (2006). Der Sieg über die Gravitation Architektur: Lautner Kirisits. In W. Chramosta, Just! Architecture From Austria: Critics Choice. Graz: Haus der Architektur.